Relikte vergangener Zeiten

Schätze verborgen im Berg

Donnersberger Obole

von Andrea Zeeb-Lanz

Es ist bis heute leider aufgrund fehlender Schriftquellen nicht klar, welcher Stamm den Donnersberg zu seinem Stammsitz und Zentralort wählte, aber wir können eine Münzart bestimmen, die für den Donnersberg charakteristisch ist und daher auch den Namen „Donnersberg-Obole“ erhalten hat. Eine Obole ist eine kleine Silbermünze (von griechisch „obolus“ = Spieß, Bratspieß; später = eine kleine griechische Münze, daraus modern entwickelt = kleiner Geldbetrag, Spende). Die Obole wurde, wie alle Gold-, Silber- und Bronzemünzen hergestellt, indem man in Tonplatten mit dem Daumen oder einem geeigneten Werkzeug runde Vertiefungen eindrückte und diese sog. „Tüpfelplatten“ dann im Feuer brannte. In die Vertiefungen („Tüpfel“) wurde das flüssige Metall gegossen und nach dem Erkalten entnommen. Dann prägte man mit einem Stempel, der als Negativ das beabsichtigte Stempelbild trug, auf beide Seiten des Münzrohlings die entsprechenden Münzbilder ein.

Die Donnersberg-Obole zeigt auf der Vorderseite einen stark stilisierten Männerkopf, auf der Rückseite ein viergeteiltes Feld mit Ring in der Mitte und abwechselnd Punktkreisen und V-Formen in den vier Feldern. Bisher kennen wir ungefähr ein Dutzend dieser Obolen vom Donnersberg und nur einzelne Exemplare von anderen Oppida der Umgebung.

Zurück