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Neues vom Berg und Verein

Neukonzeption der Ausstellung im Donnersberghaus – Artikel 5

Der Deutsche Verband für Archäologie (DVA), die Dachorganisation aller deutschen Altertumsvereinigungen, hat in der Pandemie ein Soforthilfeprogramm angeregt, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziell getragen wird. Im Rahmen dieses Soforthilfeprogramms für Heimat- und landwirtschaftliche Museen konnte sich der Donnersbergverein mit einem Antrag auf Förderung eine gewichtige finanzielle Unterstützung sichern, die es uns nun erfreulicherweise ermöglicht, die geplante Ausstellung noch besser mit einer zeitgemäßen, modernen Ausstattung zu versehen, als dies alleine mit den Mitteln des Vereins möglich gewesen wäre.

Für die keltische Ausstellung im Obergeschoss (die auch Informationstafeln zur mittelalterlichen Burgenlandschaft rund um den Donnersberg umfasst) wurden bereits ein Dutzend bebilderte Informationstafeln erstellt, die über die Kelten und ihre Großsiedlung auf dem Bergplateau informieren und einen Überblick zu den Mittelalterburgen geben. Dank der finanziellen Förderung durch das Soforthilfeprogramm ist es nun möglich, auch digitale Mittel einzusetzen, um die Ausstellung zu bereichern.

Entwurf des OG

Mit den Fördermitteln aus dem Topf des BMEL/BKM wurden mehrere Tischvitrinen sowie zwei Säulenvitrinen für besondere Fundstücke und eine große Vitrine für Keramikgefäße (originalgetreue Nachbildungen keltischer Tonware) angeschafft; sobald die Innenraum-Renovierungsarbeiten gänzlich abgeschlossen sind, werden diese im Ausstellungsraum im Obergeschoss platziert und mit Kopien vieler wichtiger spätkeltischer Fundstücke vom Donnersberg gefüllt. Die Außenstelle Speyer der Landesarchäologie der GDKE Rheinland-Pfalz, von der bereits vor einigen Jahren eine Reihe Kopien von Metallfundstücken aus dem  keltischen Oppidum vom Donnersbergverein erworben werden konnten, kooperiert auch bei der Neueinrichtung der Ausstellung dankenswerterweise mit dem Verein; die erfahrene Restauratorin der Außenstelle Speyer, Frau Ilona Hofmann, wird von weiteren, in den letzten Jahren auf dem Berg gefundenen Originalobjekten Kopien erstellen, die dann ebenfalls ihren Platz in der Ausstellung finden werden.

Ein großzügig dimensionierter Raumteiler dient der Strukturierung des Innenraumes der Ausstellung im ersten OG; er wird auf der Eingangsseite eine beeindruckende 3D-Computerrekonstruktion des Donnersbergs und seiner Umgebung in keltischer Zeit zeigen, während die andere Seite eine Orientierungskarte das Bergmassiv und die an seinen Hängen gelegenen Burgruinen tragen wird.

Einen wichtigen Bestandteil der Ausstellung, dessen Realisierung ebenfalls der Förderung durch das vom DVA initiierte Soforthilfeprogramm des Bundes möglich wurde, stellt ein großflächig gestalteter „Zeitstrahl“ dar, der eine ganze Wand der Ausstellung in Anspruch nimmt. Hier wird die Besiedlung des Donnersbergs vom Neolithikum bis in die Neuzeit präsentiert und wichtigen überregionalen archäologischen und historischen Daten und Ereignissen gegenübergestellt, was die Einordnung der Ereignisse und Siedlungsphasen auf dem Bergplateau im geschichtlichen Gesamtrahmen sehr eindrücklich zur Schau stellt.

Als erstes werden in den nächsten Wochen die bereits gedruckten Informationstafeln für die Keltenausstellung aufgehängt, dann wollen wir im Laufe des Frühjahrs die Vitrinen anordnen, den Zeitstrahl anbringen lassen und die Fundstücke in den Schaukästen drapieren. Letzter Schritt der Vorbereitungen wird dann die Anbringung der Fundbeschriftung an den Vitrinen sein. Erst dann lässt sich abschätzen, wie das Tageslicht, welches durch die zahlreichen Fenster in den Raum eindringen kann, auf die Ausstellung wirkt; in Planung sind durchscheinende Banner für die Fenster, die mit keltischen Motiven bedruckt werden könnten. Ob diese nötig und sinnvoll sind, wird sich erst nach der Fertigstellung der Inneneinrichtung der Ausstellung zeigen. Es bleibt also weiterhin spannend!

Im Erdgeschoss, das sich inhaltlich der hochinteressanten Geologie sowie Flora und Fauna des aus magmatischem Gestein bestehenden Bergmassivs widmen wird, wird zukünftig eine gemütliche Kaffeeecke die Besucher zum Verweilen einladen. Hier können sie sich dann bei einem Heißgetränk anhand digitaler Formate (Diashows, Filmausschnitte, etc.), die auf einem großen Wandbildschirm präsentiert werden sollen, über den Donnersberg mit seinen geologischen und archäologischen Besonderheiten weitergehend informieren.

Die Förderung durch das vom Bund aufgelegte Soforthilfeprogramm für Heimat- und landwirtschaftliche Museen hat uns viel positiven Auftrieb gegeben und wir arbeiten mit verstärktem Elan an der Realisierung einer nachhaltigen und interessanten Ausstellung zu den Kelten sowie zur Geologie des Donnersbergs, dessen naturkundliche  Bedeutung durch die Verleihung des Prädikats „Nationaler Geotop“ im Jahr 2016 besonders unterstrichen wurde.

Entwurf des EG

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