Aktuelles und Berichte

Neues vom Berg und Verein

Eine Wanderung im ehemaligen Bergbaurevier Imsbach

DIE RHEINPFALZ - NR. 69/2020

Ein Abenteuer am Donnersberg

Eine Vater-Tochter-Tour auf verwunschenen Pfaden

Manchmal sind die spontanen Ideen die besten. Der Papa ist dank Urlaub daheim. Da wollen die Kinder natürlich auch was von ihm haben. Und die Große hat einen besonderen Wunsch: Einmal alleine Zeit mit ihm verbringen. Warum nicht in Verbindung mit einem kleinen Picknick? Was daraus wird, ist eine Wanderung bei Imsbach (Donnersbergkreis) mit so mancher Überraschung. Doch erst einmal wird der Rucksack gepackt. Wie gut, dass wir in Imsbach nur rund 500 Meter zu Fuß haben und schon im Wald sind. Dort geht es gleich auf einen schmalen, „verwunschenen Pfad“. Wir sind auf einem der drei Bergbau-Rundwege. Und nach wenigen Metern raschelt es schon neben uns im Laub. Wir bleiben stehen. Was das wohl sein könnte? Wenig später zeigen sich zwei kleine Eidechsen. Sie beobachten uns – wir sie. „Ich dachte, die gibt es nur im Zoo?“ Mia ist fasziniert – und nur schwer von den kleinen Tierchen loszueisen. Wenig später müssen wir erneut anhalten. Dass auf diesem verwunschenen Pfad früher mal Schienen waren, will sie nicht glauben. Wie gut, dass Schilder auf dem Weg Einblicke geben. So können wir uns gut vorstellen, wie es hier einmal um 1920 aussah und wo wohl mal die Holzhütte am Versuchsschacht stand. Vorbei am Theodorschacht (klar, dass Mia da einen Blick hinein werfen will) geht es bald bergauf. Nächstes Ziel: der Scharfrück – ein wunderbarer Aussichtspunkt. Da gibt es nur ein Problem: Dieser nicht enden wollende Anstieg. „Wann sind wir endlich da?“ Die gute Laune geht in den Keller (und wir bergauf). Alles ist blöd. Der Weg. Das Wetter. Aber die Pause am Aussichtspunkt entschädigt. Wir sind alleine im Wald – nur zwei Personen werden uns auf dieser Tour begegnen. Mias Laune ist längst wieder besser. Schließlich kann man auf den Felsen klettern. Was die Fünfjährige zum Nachdenken anregt. „Wenn man alle Felsen wegbaggern würde, müsste man keine Berge mehr hoch.“ Aha. „Aber dann könnte man auch nicht mehr klettern. Und alle Kinder klettern gerne“, schiebt sie nach. Stimmt. Über den Bergbau-Rundweg machen wir uns auf zum Bienstandstollen. Begonnen wurden die Arbeiten daran wohl in der frühen ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Ein Blick in die Höhle. Ob Fledermäuse da drin sind? Wir wollen sie nicht stören. Weiter geht es vorbei an der Grube Katharina II zur Grube Katharina I. Die Katharinengruben gehören zu den ältesten Kupferbergwerken des Imsbacher Reviers und waren vermutlich dessen ergiebigste Abbaustätten. Mia ist fasziniert von den vielen „dunklen Höhlen“ und den Fotos auf der Tafel. Wie es hier Anfang des 20. Jahrhunderts aussah. Und sie ist fasziniert von den vielen Steinen. Es wird gesammelt – und die Picknickdecke ausgebreitet. Wir genießen. Die belegten Brötchen, die Natur, die Ruhe, die Zeit zu zweit. Denn danach sind wir schon auf dem Rückweg. Erst geht es aber noch vorbei am Katharinenweiher und am Teufelsstollen (was für Namen). „Papa, das war fast wie ein Abenteuer“, schwärmt Mia – und das verbunden mit einer Reise in die Vergangenheit. Ob wir das auch gemeinsam ohne Corona erlebt hätten? Wahrscheinlich nicht in dieser Form. So schlimm die Zeit ist, manchmal bietet sie auch wunderbare Momente. Wir wollen sie wiederholen – dann zusammen mit Mama und Schwester Hannah ...

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