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Achsnagel wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

DIE RHEINPFALZ - NR. 229/2019

Achsnagel wird Teil einer Ausstellung

Es war eine Überraschung beim Festabend zum 50-jährigen Bestehen des Donnersbergkreises. Dort wurde das als verschollen geltende Original des keltischen Achsnagels präsentiert. Dabei war dieser gar nicht verschollen, sondern in rechtmäßigem Besitz. Nun hat das Fundstück einen neuen Platz.

Der Achsnagel gilt nicht nur als der bekannteste Fund, er ist auch zum Symbol für den keltischen Donnersberg geworden. Seit vergangenem Jahr ist davon auch eine meterhohe Stahlplastik, ngelehnt an ein halb im Boden verborgenes Wagenrad auf dem Bastenhauser Kreisel zu sehen. Bei der Einweihung der monumentalen Plastik von Uli Lamp und Motz Tietze gab es von Landrat Rainer Guth die Bitte,mal daheimnachzuschauen, ob sich das Original in irgendeinem Winkel oder unterm Kopfkissen finden mag. Denn der Anfang der 60er Jahre auf dem Donnersberg gefundene Achsnagel galt im Original als verschollen. Im Speyerer Landesmuseum sei er nur noch als Kopie vorhanden, wie Guth damals berichtete.

Wohl schon einmal im Museum

Auch so mancher Kreisbewohner besitzt eine Replik. „Das Mosaik war unvollständig. Das Kunstwerk am Bastenhaus ist auch auf Basis einer Kopie entstanden“, sagt Guth. Doch verschollen, das war das historische Fundstück nicht. „Ich wusste schon länger, wo er ist“, berichtet Erwin Schottler, der Vorsitzende des Vereins Donnersberger Kelten. „Der Achsnagel war auch wohl schon einmal eine Zeit lang hier im Museum“, erzählt Michael Hahn, Vorsitzender des Kirchheimbolander Vereins Heimatmuseum. Entdeckt hatte ihn damals Max Bohl aus Kirchheimbolanden. Nicht mit einem Metalldetektor, wie Schottler erfahren hat, es sei ein Oberflächenfund gewesen. Da dies in den 1960er Jahren geschah und es damals noch kein Denkmalschutzgesetz gab, habe er den Achsnagel auch rechtmäßig besessen, betont Landrat Guth. Deswegen sei das Fundstück auch nie in das Eigentum des Landes gewandert. So wurde Kontakt zu der Erbengemeinschaft des verstorbenen Max Bohl aufgenommen. Und es kam zu einer Einigung. Der Verein Donnersberger Kelten schloss einen Kaufvertrag mit der Erbengemeinschaft ab. Auch weitere Funde vom Donnersberg landen so nun in den Besitz des Vereins. Wie hoch die Kaufsumme war, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Möglich wurde der Kauf durch mehrere Unterstützer, so Guth: Neben dem Verein Donnersberger Kelten das Museum im Stadtpalais Kirchheimbolanden, die Sparkasse Donnersberg, Klaus Mages, die Familie Bindewald und Bernd Hofmann. Dafür sind der Landrat und auch Schottler dankbar. „Uns war es wichtig, dass dies von einem gemeinnützigen Verein gekauft wird. So ist auch eine Gemeinnützigkeit hergestellt.“ Und es soll auch für die Öffentlichkeit sichtbar sein, wie Eva Heller-Karneth sagt, die mit ihrem Mann das Museum im Stadtpalais leitet. Aus Speyer habe man zudem die Rückmeldung erhalten, dass es sich bei dem guten Stück nicht um Hehlerware handelt, wie Guth berichtet.

Teil einer neuen Dauerausstellung

„Es ist toll, dass der Achsnagel wieder da und für die Öffentlichkeit zugänglich ist“, betont Heller-Karneth. Der Zeitpunkt dafür hätte kaum besser sein können: Am 24. Oktoberwird im Museum nämlich eine neue Dauerausstellung eröffnet, die sich mit der Geschichte der Menschheit am Donnersberg befasst. „Der Achsnagel wird derHöhepunkt sein“, erzählt die Museumsleiterin. Bislang hing noch eine Replik des zwölf Zentimeter großen Fundstücks in der Vitrine. Die ist nun gegen das Original getauscht worden. Landrat Guth kann sich auch vorstellen, dass man vielleicht ein Wagenrad fertigen lässt und eine Replik in dieses steckt. „Ganz vielen Menschen muss man nämlich erklären, was ein Achsnagel ist.“

Wie viele gibt es noch?

Der bronzene Achsnagel diente dazu, das Rad eines Wagens auf der Achse zu fixieren. Der Maskenkopf und die Sichelkrone machen ihn zu einem nicht alltäglichen Stück. Experten gehen davon aus, dass dieser Achsnagel ein besonderes Gefährt zierte. Welches genau und wann er hergestellt wurde, ist dagegen nicht bekannt, wie Heller-Karneth berichtet. Bei der Keltenstadt auf dem Donnersberg handelte es sich um eine befestigte Höhensiedlung, ein sogenanntes Oppidum. Sie wurde in der späten Latènezeit um 130 vor Christus erbaut und noch vor 50 vor Christus verlassen. Für Guth ist es wichtig, alles, was es an Informationen rund um den Achsnagel gibt, zu sammeln –auch Infos über den Finder – und dies den Menschen zu präsentieren. Zudem soll der Fund auch in anderen Teilen des Kreises präsentiert werden. Außerdem gebe es Interesse aus Speyer, den keltischen Achsnagel bei einer Sonderausstellung zu zeigen. Experten vermuten, dass es mindestens noch einen zweiten Achsnagel dieser Art gegeben haben muss. Denn er gehörte zu einem Gefährt mit mindestens zwei Rädern. Für den Verein Donnersberger Kelten sei dieses Original aber auch ein wichtiger Impuls, wie Schottler sagt. Man wolle nach einer ruhigeren Zeit wieder aktiver werden. „Wir haben auf dem Donnersberg schon noch das eine oder andere vor.“ Dabei gehe es nicht nur darum, die Anlage instand zu halten, was eine Pflicht des Vereins sei. Ein Ziel bestehe nach wie vor für die Donnersberger Kelten: Das südliche Zangentor mit einem barrierefreien Zugang auf dem Donnersberg wiederaufzubauen. Dafür brauche man aber die nötigen Gelder.

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