Relikte vergangener Zeiten

Schätze verborgen im Berg

Nauheimer Fibel

von Andrea Zeeb-Lanz

Ein wichtiges Trachtzubehör der Kleidung keltischer Männer und Frauen waren Fibeln. Diese Gewandverschlüsse aus Bronze oder Eisen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie unsere heutige Sicherheitsnadel: Ein Nadelteil wird durch die Stofflagen gestoßen, die von der Fibel zusammengehalten werden sollen, dann wird die Nadel in einen Halter, den sog. Nadelfuß, eingepasst und die Fibel ist damit geschlossen.

Die Nauheimer Fibel (benannt nach dem Fundort Bad Nauheim/Hessen), trägt als Verzierung auf dem plattgehämmerten Bügel grundsätzlich eine oder mehrere Reihen fein eingepunzter Zierstempel. Fragmente solcher Fibeln, die häufiger dokumentiert werden können, stammen vermutlich von alt zerbrochenen Stücken, die vielleicht als unbrauchbar weggeworfen worden waren. Anders ist dies mit den sog. Halbfabrikaten, also Fibeln, die noch nicht fertig waren. Einige Nauheimer Fibeln vom Donnersberg stellen solche Halbfabrikate dar. Bei ihnen war zwar der Nadelbügel bereits in der charakteristischen Weise mit Punzreihen verziert, aber der Nadelhalter ist noch nicht ausgeformt, so dass der Bügel in einen einfachen Bronzedraht ausläuft. Wir können anhand dieser Funde davon ausgehen, dass derartige Fibeln auf dem Donnersberg in einer oder gar mehreren Schmuckwerkstätten hergestellt und dann sicher auf dem zentralen Markt, der hier oben wohl regelmäßig für das gesamte Umland stattfand, auch zum Verkauf angeboten wurden. Die Nauheimer Fibeln werden bis ca. 70 v. Chr. fabriziert und stellen den jüngsten Fibeltyp auf dem Donnersberg dar.

Zurück