Relikte vergangener Zeiten

Schätze verborgen im Berg

Glasarmringe und Glasperlen

von Andrea Zeeb-Lanz

Die Kelten waren ausgesprochene Spezialisten, was die Herstellung von gläsernen Schmuckgegenständen angeht. Anders als die Römer verwendeten sie aber nicht die Glasbläsertechnik, um damit Gefäße auszublasen, sondern erhitzten die Rohglasmassen an Stäben, um sie dann zu kunstvoll verzierten Armreifen und verschiedenfarbigen Glasperlen zu formen. Aus den Altgrabungen der 1970er Jahre auf dem Donnersberg stammen mehrere Fragmente von Glasarmringen, darunter das besonders schöne Stück eines blauen Armringes, der mit aufgelegten gelben Streifen verziert ist. Das Rohglas wurde zu Stäben verarbeitet, die man dann über dem offenen Feuer erhitzte. War das eine Ende des Glasstabes durch die Hitze formbar geworden, nahm man diesen Teil mit einem Metallstab ab. Auf der Spitze des Metallstabes konnte die Glasmasse, die immer wieder erhitzt werden musste, gut weiter geformt werden. Für die aufgelegten Zierstreifen wurde ein dünnerer, oft andersfarbiger Glasstab erhitzt und dann auf den Armring aufgelegt.

Mit dem Niedergang der keltischen Kultur ging auch die Kenntnis der Herstellung solcher teils prunkvoll und aufwändig gearbeiteten Glasarmringe verloren. Ab der Mitte des 1. Jhd. n. Chr. finden sie sich nicht mehr im archäologischen Material – sie stellen also eine besondere keltische Spezialität in der Glaskunst dar.

Glasperlen, wie die neben dem Armringfragment abgebildeten, leider nicht ganz erhaltenen Beispiele vom Donnersberg, gehören ebenfalls zum Schmuck der gutsituierten keltischen Frau. Solche Perlen finden sich in verschiedenen Größen und zahlreichen Farben in vielen keltischen Fundorten. Ob in der Stadt auf dem Donnersberg solcher Glasschmuck auch hergestellt wurde oder es sich um Importe handelt, kann zurzeit noch nicht bestimmt werden. Bisher fehlen hier jedoch die typischen Anzeiger für Glasproduktion wie Glasschlacken, Rohglas oder die Werkzeuge zur Herstellung der Ringe und Perlen. Ob der verglaste Rhyolith, der sich im Umfeld des sog. Schlackenwalles an der Nordspitze des Oppidums, aber auch an vielen anderen Stellen auf dem Bergplateau findet, im Zusammenhang mit der Produktion und Verarbeitung von Rohglas steht, konnte bislang archäologisch nicht nachgewiesen werden.

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