Relikte vergangener Zeiten

Schätze verborgen im Berg

Eiserner Achsnagel

von Andrea Zeeb-Lanz

Dieser Achsnagel (gefunden im Dezember 2013) im Bereich des Oppidums) gehört nicht zur Gruppe der figürlich verzierten Nägel wie der bekannte und einzigartige, mit bronzenem Maskenkopf und Sichelkrone verzierte Altfund, sondern ist in die Gruppe der einfachen Achsnägel einzuordnen, die in der Regel an normalen Transport- und Arbeitswagen angebracht waren und hier den gleichen Zweck erfüllten wie der figürlich verzierte Achsnagel: Sie verhinderten das Abrutschen der Räder von der Wagenachse.

Es handelt es sich bei dem eisernen Achsnagel um einen doppelten Eisenstab, der in der Mitte umgebogen und zu einem Vierkantstab zusammengeschmiedet wurde. Die oberen Enden bog der Schmied nach beiden Seiten um, so dass sie als doppelte Bögen den Achsnagel oben begrenzen. Vorne am Nagel sitzt eine waagerechte kleine Eisenplatte, durch deren mittiges Loch ein Nagel mit rundem Kopf in das Holz der Achse getrieben worden war, als der Achsnagel bereits auf der Achse saß.  Der Achsnagel ist in eine große Gruppe gleichartiger Exemplare mit Doppelbogenende einzureihen, die großenteils aus spätkeltischen Oppida stammen. Er unterscheidet sich aber durch ein Detail deutlich von dieser Gruppe, in der die oberen Enden immer als doppelte Bögen mit Loch in der Mitte geformt sind: Bei dem Achsnagel vom Donnersberg wurden die Bögen plattgehämmert, so dass sie massive „Mickymausohren“ bilden und keine Öffnung mehr in der Mitte aufweisen. Nur auf der Rückseite des Nagels ist noch zu erkennen, dass es sich ursprünglich um umgebogene Eisenstäbe gehandelt hatte, da hier die Ausschmiedung zu kompakten Ovalen nicht sehr sorgfältig durchgeführt worden war. Gute Vergleiche stammen nur aus rechtsrheinischen, weit östlich liegenden Oppida, z.B. Pohanska (Slowakei)

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