Die Münzen


Das Geldwesen war den Kelten lange unbekannt oder spielte zumindest in ihren internen Handelsbeziehungen keine Rolle. Jedoch die Austauschbeziehungen zu den Griechen, die um 600 v. Chr. in Massilia (heute Marseille) an der Rhonemündung eine  Kolonie gegründet hatten und schnell rhoneaufwärts in intensiven Handelsaustausch mit den Kelten in Gallien einstiegen, änderten die Einstellung der Kelten zum Geldwesen langsam aber stetig.

Dazu kam, dass die großgewachsenen und waffentüchtigen Krieger aus diversen Keltenstämmen von den Griechen gerne als Söldner angeworben wurden. Als Sold erhielten sie, wie im griechischen Heerwesen üblich, Goldmünzen mit dem Portrait des jeweiligen Herrschers, von dem sie angeheuert worden waren. Bei ihren eigenen Münzprägungen ahmten sie dann diese Motive nach.

Besonders Philipp II., Vater Alexanders des Großen und Herrscher über das Reich der Makedonen von 359 bis 336 v. Chr., bevorzugte Kelten als Bereicherung seiner Kampftruppen. So ist es nicht verwunderlich, dass die frühen Münzen, die von Kelten geprägt wurden, auf einer Seite ein Portrait von Philipp II. tragen.

Sehr bald schon aber brach sich die charakteristische Seite der keltischen Mentalität ihre Bahn, Fremdes anzunehmen, aber alsbald mit ihrer

Mit einem Stempel werden die Münzbilder geprägt.

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eigenen Formensprache neu auszuprägen. So zeigen im 3. Jahrhundert v. Chr. die ersten keltischen Münzen zwar immer noch erkennbar das Profil eines Männerkopfes, doch dieses wird schnell stilisiert, Haare und Augen als Kreise, Mund und Nase als gerundete Dreiecke dargestellt.

Schon bald verzichtete man im keltischen Münzprägeschaffen gänzlich auf die griechischen Vorbilder und verzierte die Vorder- und Rückseiten der Münzen mit eigenen Prägungen. Fast jeder Stamm entwickelte eigene Bilder für Vorder- und Rückseite der Münzen, was dem modernen Archäologen oder Münzspezialisten (Numismatiker) die Chance gibt, verschiedene Münzen unterschiedlichen Stämmen zuzuweisen.

Leider ist bis heute aufgrund fehlender Schriftquellen nicht klar, welcher Stamm es war, der den Donnersberg zum Stammsitz und Zentralort wählte, aber wir können eine Münzart bestimmen, die für den Donnersberg charakteristisch ist und daher auch den Namen

Die Rückseite der so genannten Donnersbergobole zeigt einen Ring in der Mitte und vier abgeteilte Felder.

„Donnersberg-Obole“ erhalten hat. Eine Obole ist eine kleine Silbermünze. Sie wurde, wie alle Gold-, Silber- und Bronzemünzen, folgendermaßen hergestellt: In Tonplatten drückte man mit dem Daumen oder einem geeigneten Werkzeug runde Vertiefungen ein und brannte diese sogenannten Tüpfelplatten dann im Feuer. In die Vertiefungen wurde das flüssige Metall gegossen und nach dem Erkalten entnommen. Dann prägte man mit einem Stempel, der als Negativ das beabsichtigte Stempelbild trug, auf beide Seiten des Münzrohlings die entsprechenden Münzbilder ein.

Die Donnersberg-Obole zeigt auf der Vorderseite einen stark stilisierten Männerkopf, auf der Rückseite ein viergeteiltes Feld mit Ring in der Mitte und abwechselnd Punktkreisen und V-Formen in den vier Feldern. Die kreuzförmige Einteilung der Rückseite geht wohl auf keltische Vorbilder aus Bayern zurück und kann wiederum als ein Beleg für die weitreichenden Kontakte der keltischen Oppida im 2. und 1. Jhd. v. Chr. innerhalb der keltischen Stammeseinheiten gewertet werden. Bisher kennen wir ungefähr ein Dutzend dieser Obolen vom Donnersberg und nur einzelne Exemplare von anderen Oppida der Umgebung. Um den letzten Beweis für die Herstellung dieser Münzsorte antreten zu können, fehlt uns bisher aber noch der Fund eines entsprechenden Münzstempels. Es gibt also noch viel zu erforschen.

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