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Jahresbericht 2017


Neujahrsempfang, am 29.01.2017


Gut besucht mit etwa 40 Teilnehmern war der Neujahrsempfang. Der 1. Vorsitzende Roland Regier liess das vergangene Jahr Revue passieren, wo insbesondere Renovierungsmassnahmen am Donnersberghaus im Mittelpunkt standen. Für 2017 gab er einen Ausblick auf die anstehenden Veranstaltungen und geplante Aktivitäten. Als Schwerpunkt stellte er die Teilnahme des Vereins am Programm Archäologische Schatzreise vor, das aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Landes Rheinlandpfalz von der Landesarchäologie organisiert wird. Ebenso wies er auf unsere von Ulrich Moses neu gestaltete Webseite hin.

Dr. Eberhard Krezdorn ergänzte die Ausführungen mit der kurzen Beschreibung der Aktionen des Arbeitskreises Keltenfreunde in 2016 bzw. der für 2017 geplanten Veranstaltungen.

Bei einem Glas Sekt konnte das Vorgetragene in Einzelgesprächen vertieft werden.


Arbeitseinsätze, am 04.03.2017, 22.07.2017 & 29.07.2017


Wie üblich haben die Keltenfreunde Frühjahrsputz am Keltenwanderweg gemacht. Mit Eimer, Wischlappen, Gummischaber und Müllsäcken bewaffnet hat eine kleine Truppe die Informationstafeln gereinigt und die Hinterlassenschaften gedankenloser Zeitgenossen beseitigt.

In den Sommereinsätzen wurden die Grabungsstellen am Mittel bzw. Zwischenwall frei geschnitten, Brombeerranken und Brennnesseln beseitigt. Somit ist wieder ein ungestörter Zugang zu den Bodendenkmälern möglich.


GeoTouren, am 22.03.2017, 14.05.2017, 22.07.2017, 20.08.2017 & 15.10.2017


GeoTour Donnersberg, Geologie und Kelten.

Geführte Themenwanderung, die zusammen mit dem DTV organisiert werden.


Der Donnersberg - alles nur Rhyolith? Von wegen !

290 Millionen Jahre Erdgeschichte mit Vulkanismus und Meeresvorstössen haben die Gesteine und die Landschaft geprägt. Wie diese Vorgänge die menschliche Kultur auf und um den höchsten Berg der Pfalz beeinflusst und damit auch den Kelten eine Stadtgründung ermöglicht haben, erfahren die Teilnehmer bei diesen ca. dreistündigen Wanderungen. Dabei  lernen sie auf unterhaltsame Weise neben der geologischen  Vorgeschichte die keltische Stadt und ihre Bewohner näher kennen.


Archäologie-Tagung in Otzenhausen, vom 23.03-26.03.2017


Auf dieser seit Jahren stattfindenden internationalen Tagung waren wir dieses Mal mit einem Poster vertreten, das über den keltischen Donnersberg und unsere Aktivitäten informierte und von Stephanie Seiffert vorgestellt wurde. Auch konnten wir dort unsere Keltenwegwanderkarte, die neuen Postkarten mit keltischen Motiven sowie das Buch von Dr. Andrea Zeeb-Lanz Der Donnersberg unter die Teilnehmer bringen.

Die Exkursion am dritten Tag des Symposiums hatte unter anderen das Oppidum auf dem Donnersberg zum Ziel. Nach einer kurzen Begrüssung und Beschreibung der Geologie des Berges durch Dr. Eberhard Krezdorn führte Dr. Andrea Zeeb-Lanz die Exkursionsteilnehmer etwa zwei Stunden zu den wichtigsten Stationen und Grabungsstellen in der ehemaligen Keltenstadt.


Keltisches Leuchten, vom 21.04.-22.04.2017


Regen Zuspruch fand diese vom DTV mit Unterstützung des Donnersbergvereins organisierte Veranstaltung am und um den Ludwigsturm. An beiden Tagen führten Bernd Knell und Dr. Eberhard Krezdorn jeweils 50-60 Besucher bei einer kurzen Nachtwanderungen über den teilweise beleuchteten Keltenweg und an der mit keltischen Symbolen angestrahlten rekonstruierten Mauer vorbei und gaben einen Einblick in das Leben der Bewohner des ehemaligen Oppidums.


Auftaktveranstaltung, 70 Jahre Archäologie, am 21.05.2017


Mit dieser Veranstaltung startete der Verein seine Teilnahme am Programm „vorZeiten“ der Landesarchäologie.

25 Teilnehmer nahmen das Angebot wahr, während einer dreistündigen Führung ausführlich und unterhaltsam über das keltische Oppidum und das Leben seiner Bewohner informiert zu werden. An mehreren Stationen stellte Dr. Andrea Zeeb-Lanz die wichtigsten Funde vor und erläuterte deren Bedeutung für unser Wissen von den Stadtbewohnern. Mitglieder des Vereins halfen dabei tatkräftig mit.


Vortrag im Donnersberghaus, am 08.06.2017


Dr. Wigg-Wolf: „Die Münzen vom Donnersberg-was erzählen sie uns über die Bewohner des Oppidums?


Zu den zahlreichen Neufunden aus Prospektionen gehören etwa 200 Münzen sowie zwei Münzstempel. Es ist auch gelungen, eine umfangreiche Sammlung von in den 1970er und 1980er Jahren gemachten Detektorfunden, die das Bild der Neufunde erweitert und verfeinert, aufzunehmen. Das Material liefert wichtige neue Erkenntnisse zu den Fernbeziehungen und Chronologie des Platzes sowie zur Funktion des Donnersbergs im regionalen Bezug.So konnte Dr. Wigg-Wolf die Vernetzung des Donnersbergoppidums mit anderen Oppida im süd-deutschen Raum, Gallien und in der Schweiz aufzeigen.

Ebenso belegen die Fundmünzen, dass die Räumung der Stadt schon Jahrzehnte vor 50 v. Chr. statt fand.

Zu den auffälligsten numismatischen Neufunden gehört ein vorzüglich erhaltener Prägestempel für den häufigsten Silbermünztypus des Donnersbergs, des „treverischen Quinars mit der eckigen Nase", dessen Prägung nun mit dem Donnersberg in Verbindung gebracht werden kann. Somit wird die dezentrale Natur der treverischen Münzprägung bestätigt.

Mehr als 30 Besucher erlebten einen hoch interessanten Vortrag mit vielen neuen Erkenntnissen auch für alte Keltenfreunde.

Wer nicht dabei sein konnte, hat was verpasst.


Vortrag im Donnersberghaus, am 09.07.2017


Dr. Christian Decker: „Der Verlauf der Reformation in der Pfalz“


Der Thesenanschlag Martin Luthers im Jahr 1517 bildete den Auftakt zur Reformation, einem Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. 500 Jahre danach wird das Reformationsjubiläum 2017 in ganz Deutschland gefeiert. Zusammen mit Kirchen, Ländern und Gemeinden beteiligte sich auch der Donnersbergverein e. V. aus Dannenfels am Jubiläumsprogramm.

Mit dem Titel „Der Verlauf der Reformation in der Pfalz“ brachte Dr. Christian Decker vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde aus Kaiserslautern den Inhalt des Vortrages kurz und bündig auf den Punkt.


Treffen mit den Hochwaldkelten im Donnersberghaus, am 26.08.2017


2016 hatten wir unsere Jahresexkursion nach Otzenhausen zum Hunnenring unternommen und bekamen von den Hochwaldkelten eine Führung durch das ehemalige Oppidum der Treverer und das im Aufbau befindliche Keltendorf. Wie abgemacht war dieses Jahr der Gegenbesuch fällig.

An die 30 Hochwaldkelten trafen gegen 10:00 Uhr im Donnersberghaus ein. Nach einer kurzen Begrüssung gaben wir einen Überblick über unseren Verein, das Donnersberghaus und stellten den keltischen Donnersberg an Hand des Übersichtsmodells im Museum vor.

Danach ging es weiter zum Keltendorf in Steinbach. Bürgermeister Reiner Bauer informierte über die Anlage, Bau und Organisation und beantwortete die Fragen der Besucher.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Keltenhütte auf dem Berg gab Dr. Eberhard Krezdorn eine kurze Einführung in die Geologie des Donnersberges, die den Kelten letztlich den Aufbau der großen Stadt ermöglichte. Sehr beeindruckt zeigten sich die Hochwälder von der Führung durch Dr. Andrea Zeeb-Lanz zu den Grabungsstellen, ihrem Bericht von den letzten Grabungskampagnen und den zum Teil überraschenden Erkenntnissen, die die Archäologen dabei gewinnen konnten.

Ein Besuch des historischen Dorfmarktes in Dannenfels beschloss den Tag.

Alle waren der Meinung, dass dieser Besuch nicht das letzte gemeinsame Unternehmen sein sollte.


Vortrag im Donnersberghaus, am 01.10.2017


Dr. Thomas Kreckel: „Der gallorömische Götterhimmel in den Nordprovinzen“


Kult und Religion spielten im Alltagsleben im Römischen Reich eine äusserst wichtige Rolle. Daher trifft man bei archäologischen Untersuchungen in den unterschiedlichsten römischen Siedlungen in den Provinzen auch immer wieder auf Zeugnisse der verschiedensten Götterkulte. Hierbei handelte es sich aber nicht nur um die von den Römern mitgebrachten Gottheiten, die im Laufe der Expansion Einzug in die eroberten Gebiete gehalten hatten, sondern auch um einheimische Götter, die meist unter römischem Etikett weiter verehrt wurden. Im Rahmen dieser so genannten „interpretatio romana“ wurden auch in den Nordprovinzen des Reiches, zu denen unsere Region gehörte, die keltischen und germanischen Götter mit römischen Pendants gleichgesetzt. Manchmal hat sich dabei der ursprüngliche Namen in Form von „nichtrömischen“ Beinamen erhalten. Oft verraten aber nur relativ kleine Details in den Darstellungen und den Inschriften, ob sich eine römische oder eine lokale Gottheit hinter einer Weihung „verbirgt“.

Der Vortrag versucht die verschiedenen Aspekte dieses Themas anhand einiger Beispiele aus den Provinzen „Germania Superior“ und der „Gallia Belgica“ zu beleuchten. Daneben werden aber auch Zeugnisse östlicher Kulte angesprochen, wie z. B. des Mithraskults, der auch hier weit verbreitet war oder des frühen Christentums.  


Jahresexkursion der Keltenfreunde von 13.10.-15.10.2017


Grabungen, neue Funde und Erkenntnisse im Umfeld der Heuneburg

Führung durch Prof. Dirk Krausse, Landesarchäologe Baden-Württemberg


Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten sogenannten Langfristprojekts führen Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Krausse und Dr. Leif Hansen seit 2014 Ausgrabungen im Bereich der Oberen Donau durch. Bereits im ersten Jahr ist den Forschern eine Aufsehen erregende Entdeckung von überregionaler Bedeutung gelungen: Auf der "Alte Burg", einem plateauartigen Ausläufer der Schwäbischen Alb oberhalb von Langenenslingen, stiessen sie im Oktober 2014 überraschend auf eine mindestens vier Meter hoch erhaltene monumentale Steinmauer. Sie begrenzt einen gut zwei Hektar großen Bergsporn, der vor ca. 2500 Jahren durch die frühkeltischen Erbauer vollkommen überformt und umgestaltet wurde. Weitere Grabungen legen nahe, dass sich um eine Kultplatz der Kelten handelt.

Ein weiteres Exkursionsziel werden die Grabungsstellen an der „Großen Heuneburg“ sein.

Nach fast 100-jähriger Unterbrechung finden seit 2016 erstmals auch hier wieder archäologische Ausgrabungen auf der beeindruckenden Höhensiedlung „Große Heuneburg“ bei Zwiefalten-Upflamör statt. Bereits in dieser ersten Grabungskampagne gelang es den Archäologen, eine mächtige Befestigungsmauer der frühkeltischen Zeit und die Reste eines großen Gebäudes freizulegen.

Im Sommer 2016 kamen in der Heuneburg-Region bei archäologischen Rettungsgrabungen in Unlingen (Kreis Biberach) am Fuss des Bussens neue bedeutende Grabfunde zum Vorschein: Unter den reichen Grabbeigaben ragt der Fund einer Bronzestatuette aus einem beraubten Wagengrab hervor. Es handelt sich um die bislang älteste Reiterdarstellung Deutschlands.

Dazu besuchten wir die Sonderausstellung im Heuneburgmuseum.

Alle Funde und Befunde deuten immer mehr darauf hin, dass die Heuneburg-die Stadt „Pyrene“ nach Herodot-bei Hundersingen mit der „Großen Heuneburg“ bei Upflamör und dem Kultplatz auf der Alten Burg bei Langenenslingen sowie zahlreichen unbefestigten Gehöften, Weilern und Dörfern im Umfeld ein zusammengehörendes komplexes Befestigungs- und Siedlungssystem gebildet hat.


Die o. a. Tätigkeiten werden noch, nach Sichtung von aussagekräftigem Fotomaterial, mit Bildern ergänzt werden.





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