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© Donnersbergverein - Dannenfels 2017 - Kelten/Funde/Achsnagel

Der Achsnagel




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Das am besten bekannte Fundstück vom Donnersberg – und mittlerweile ein Wahrzeichen für die vorrömische Geschichte der Region – ist der keltische Achsnagel. Mit seinem grimmigen, gleichzeitig unergründlichen Gesichtsausdruck fasziniert er wohl jeden Betrachter und wirft auch viele Fragen auf: Was symbolisiert der halbmondförmige "Helm" auf dem Kopf der Figur, die den eigentlichen Nagel ziert? Warum zieht die Figur so scheinbar missbilligend die Mundwinkel herunter? Und was ist überhaupt ein Achsnagel?

Fangen wir mit der Beantwortung der Fragen am besten von hinten an: Ein Achsnagel dient dazu, das Rad eines Wagens auf der Achse zu fixieren, also zu verhindern, dass das Rad von der Achse herunterrutscht. Zu diesem Zweck wurde bei prähistorischen Wagen durch die Radachse, auf die die beiden Räder aufgeschoben waren, am jeweiligen Ende ein Loch gebohrt, durch das ein senkrechter Niet geschoben werden konnte, der dann als Stopp für das Rad diente. Es genügt rein praktisch vollkommen, diesen Niet mit einem Kopf zu versehen, der größer ist als das Achsloch, um zu verhindern, dass er durch letzteres hindurchrutschen kann. Einfache eiserne Achsnägel, die lediglich einen verdickten Kopf oder eine doppelte S-Spirale am oberen Ende aufweisen, sind vom Donnersberg, vergleichbar mit anderen Großsiedlungen spätkeltischer Zeit, hinlänglich bekannt und bezeugen,

Der keltische Achsnagel ist das bekannteste Fundstück vom Donnersberg.

dass zwei- und vierrädrige Wagengespanne hier zum normalen Siedlungsbild gehörten. Das Bild oben von einem rekonstruierten keltischen vierrädrigen Gefährt mit hölzernem Achsnagel verdeutlicht die Funktion dieses Elements. Der maskenverzierte Achsnagel vom Donnersberg ist allerdings ein ganz besonderes Stück. Er gehört in die Reihe individueller künstlerischer Ausprägungen, die so typisch für die keltische Kunst sind. Charakteristisch für keltisches Kunstschaffen ist die einzigartige Ausarbeitung des Achsnagelkopfes, ein Maskengesicht mit einer keltischen "Krone". Der "grimmige" Gesichtsausdruck ist von zahlreichen Maskenfibeln und auch Möbelbeschlägen bekannt; er stellt offenbar einen charakteristischen Gesichtszug mythischer Figuren der keltischen Welt dar. Die halbmondförmige Bekrönung des Kopfes ist in

Am hölzernen Modell ist zu sehen, wie er zur Sicherung von Wagenrädern verwendet wurde.

dieser Ausführung bisher eine Ausnahme, doch sind besondere Hauben, wohl ein Zeichen göttlicher oder heiliger Personen, seit der früheren Keltenzeit bekannt.Dass der Achsnagel vom Donnersberg keinen normalen Ochsenkarren, sondern ganz sicher ein besonderes Gefährt, vielleicht sogar kultischen Zwecken vorbehalten, zierte, steht ausser Frage. Wie im Einzelnen seine Bedeutung war und was er für die Kelten des Donnersberg-Oppidums symbolisierte, bleibt uns leider verborgen. Sicher ist aber: Es muss wenigstens noch einen zweiten Achsnagel dieser Art gegeben haben, denn er gehörte zu einem Gefährt mit mindestens zwei Rädern; vielleicht war es sogar ein vierrädriger Wagen, der noch drei weitere Achsnägel mit einer ähnlichen aussergewöhnlichen Gestaltung besass.